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Unterricht für den Dudelsack |
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Dudelsack spielen zu lernen ist gar nicht so schwierig, wie manch einer vielleicht denkt. Allerdings ist es ein sehr langer Prozess, es ist also sehr viel Geduld gefragt. Warum dauert das nun so lange?
Erstens sind die Verzierungen beim schottischen Pipen sehr aufwendig. Das erfordert eine sehr schnelle und akkurate Fingertechnik, die nicht auf dem Dudelsack selber sondern auf einer Übungspfeife, der sogenannten Practice Chanter erlernt wird. Diese Übungspfeife entspricht der Melodiepfeife des Dudelsacks, ist aber wesentlich leiser. Man fängt also mit einem völlig anderen Instrument an, das gibt es sonst bei keinem anderen Musikinstrument. Nach ungefähr einem Jahr beherrscht man ein Grundrepertoire von Verzierungen und dementsprechend mehrere Stücke in denen diese Gracenotes vorkommen.
Zweitens ist der Dudelsack ein recht tückisches Instrument, da man vier Pfeifen gleichzeitig spielt ohne direkten Kontakt (und somit auch keinen Einfluss) mit den jeweiligen Rohrblättern zu haben. Das heißt: erst nachdem man ein Jahr auf der Practice Chanter geübt hat, fängt man mit dem eigentlichen Instrument an und kann nicht einmal "sofort richtig loßlegen", sondern muss sich Stück für Stück voran arbeiten. Bis auf eine Bordunpfeife, der Tenor Drone, werden erst mal alle anderen Pfeifen zugekorkt. Man spielt also anfangs nur diese eine Drone und versucht einen geraden Ton ohne Schwankungen zu erzeugen. Das ist gar nicht so einfach und obendrein auch ganz schön anstrengend! Kommt man damit nach ein paar Wochen ganz gut klar, nimmt man die zweite Tenor Drone dazu und versucht, diese beiden Pfeifen aufeinander zu stimmen. Nach einiger Zeit kommt dann auch die große, die Bassdrone hinzu. Auf diese Weise lernt man den sogenannten Steady Blow, also eine Ton zu spielen, dem man nicht anhört wann der Spieler atmet. Zwischenzeitlich werden auch mal alle Drones zugekorkt und die vorher erlernten Stücke auf der Melodiepfeife gespielt. Erst wenn das alles gut funktioniert (wie gesagt: körperlich anstrengend), kann man die komplette Pipe spielen. Dann sind meist so an die zwei Jahre vergangen und man steht noch ganz am Anfang...
Unser Pipemajor Justus Twele, Dudelsackspieler und -lehrer aus Herford, bildet unsere Nachwuchskräfte in Sachen "Dudelsack" aus. Viele unserer Dudelsackspieler haben bei ihm Unterricht genommen und sind so allmählich in die Band eingeführt worden.
Er unterrichtet nach dem Lehrbuch des College of Piping, Glasgow. Diese Methode hat den Vorteil, dass man die Verzierungen anhand von Musikstücken lernt. In jedem neuen Stück kommen ein oder zwei neue Verzierungen vor. So muss man nicht erst monatelang Fingertechnik üben bevor man überhaupt erst ein Stück spielen darf.
Unterricht wird privat in Herford oder an der Musik und Kunstschule Bielefeld angeboten. |
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